Unweit der Hauptstraße von Antalya nach Izmir, etwas versteckt im Landesinneren, befinden sich in nahezu 2000 Meter Höhe die Kalksinterterrassen von Pamukkale. Während der Anfahrt auf der steil bergan führenden Straße sind die schneeweißen Kaskaden an den Berghängen schon von weitem zu erblicken. Dieses, als UNESCO-Weltkulturerbe eingestufte Naturwunder, welches ein touristisches Highlight im ägäischen Bereich der Türkei darstellt, erhielt seinen Namen Pamukkale in Anlehnung an ein vergleichbares Naturprodukt und bedeutet soviel wie Baumwollburg.

Schon im Altertum waren die Thermalquellen, deren Wasser viel gelösten Kalk und Kohlendioxid enthält, wegen ihrer Heilkraft sehr geschätzt. Während das warme Wasser die terrassenförmigen Hänge bergab läuft, kühlt es ab und bildete im Laufe der Zeit die schneeweißen Sintergebilde. Kurz nach der Zeitenwende waren es die badelustigen Römer, die die neben den Quellen liegende Stadt Hierapolis in einen regelrechten Kurort verwandelten. Imposante Bauwerke dieser alten Stadt, beziehungsweise deren Überreste, bilden gemeinsam mit den wie ein breiter, weißer Wasserfall wirkenden Sinterterrassen heute einen touristisch hochinteressanten Komplex. Von dem antiken Hierapolis sind neben den Resten der byzantinischen Stadtmauer und dem Ehrenbogen des Kaisers Domitian, ein großes Amphitheater mit gut erhaltenen Marmorreliefs und eine der besterhaltenen Totenstädte Kleinasiens zu besichtigen.

Aber zurück zu Pamukkale. Die im Laufe von Jahrtausenden durch das bis zu +38°C warme austretende kalkhaltige Wasser und dessen Ablagerungen geformten Kaskaden und Becken wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Hotels und Touristen arg geschädigt. Die Hotels, die das Thermalwasser in ihre Bäder umleiteten, wurden inzwischen weitestgehend abgerissen. Touristen haben nur noch ohne Straßenschuhe und in einigen abgegrenzten Bereichen direkten Zutritt auf die Terrassen. Baden in dem warmen, heilsamen Wasser ist nur noch im Thermalbad des ehemaligen Pamukkale-Motels erlaubt. In Verbindung mit der gleichzeitig erfolgten Neuregulierung des Bewässerungssystems soll nun der ursprüngliche Zustand wieder erreicht werden.

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Es wäre wohl auch unverantwortlich, diese wunderschönen, teils wattebauschartigen Sinter-Gebilde dem Verfall preiszugeben. Besonders in den Abendstunden, wenn die untergehende Sonne oder das Mondlicht wunderschöne Lichteffekte auf die Terrassen zaubern, wirkt Pamukkale wie eine aus Marmor geschaffene Märchenlandschaft und wird für so manchen Touristen zu einem absoluten Höhepunkt seines Aufenthalts im Urlaubsland Türkei.

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